Bernhard Meßmer: der Champagner Botschafter Deutschland 2016 im Interview



Bernhard Meßmer ist diesjähriger Champagner Botschafter Deutschlands. Der Europäische Wettbewerb ermittelt die besten Champagner-Ausbilder in neun Ländern. Das Comité Champagne in Épernay – der berufsübergreifende Verband der Champagner-Häuser und Champagner-Winzer – vergibt den europäischen Titel in diesem Jahr zum zehnten Mal und prämiert damit die besten Champagner-Ausbilder. Sein Wissen gibt Meßmer in seiner Weinschule „einfach geniessen“ in acht verschiedenen Champagner Seminaren weiter.





Herr Meßmer, wann hat Sie die Champagner Leidenschaft gepackt?

Bernhard Meßmer: Eigentlich erst recht spät. Vor gut acht Jahren hatte ich die Gelegenheit, mir bis dahin völlig unbekannte Champagner von kleinen Spitzenproduzenten zu probieren. Das hat mich sofort fasziniert. Diese Champagner waren anders als die, die ich bis dahin kannte. Enorm druckvoll, frisch und sehr eigenständig, aber auch komplex und sehr lang. Richtige Persönlichkeiten waren diese Champagner für mich. Kurz darauf bin ich zum ersten Mal in die Champagne gefahren und bin nun zwei bis dreimal im Jahr dort.



Sie tragen den Titel Champagner Botschafter, doch was bedeutet das eigentlich?

Bernhard Meßmer: Der große Champagner Dachverband (CIVC) richtete diesen Wettbewerb aus. An ihm können Profis aus dem Handel, der Gastronomie, meines Wissens aber auch private Champagnerverrückte teilnehmen. Ich habe davon gelesen und mich beworben. Dafür musste ich zahlreiche knifflige Champagnerfragen beantworten und meine Philosophie zu Champagner darlegen. Dann wurde ich für die Endausscheidung vor einer sechsköpfigen Jury in die Traube Tonbach in Baiersbronn eingeladen und habe den Wettbewerb schlussendlich auch gewonnen.



Wie und an wen geben Sie dieses Wissen weiter?

Bernhard Meßmer: Aus meinen vielen Reisen in die Champagne zu Dutzenden von kleinen Erzeugern und fast allen relevanten großen Häusern ist ein Champagner-Seminar-Programm mit gleich acht unterschiedlichen, abendfüllenden Seminaren entstanden. Es reicht vom grundsätzlichen Champagner-Seminar, in dem ich die Champagne vorstelle und alles Relevante vermittle über die Deluxe-Seminare mit den super teuren und berühmten Prestige Cuvées oder den Spitzen Champagner der neuen, aufstrebenden Champagner-Elite, weiter zu den Spezialseminaren Rosé Champagner und Blanc de blanc Champagner bis zu den Champagner und Speisethemen Champagner und Käse sowie dem unvergleichlichen Champagner Menü. Alle Informationen zu den Seminaren findet man unter www.einfachgeniessen.de.



Welchen Trend gibt es beim Champagner?

Bernhard Meßmer: Die Champagne ist zweigeteilt. Auf der einen Seite gibt es die großen, bekannten Häuser, die pro Jahr mehrere Millionen Flaschen produzieren und das Gros des Exports stellen. Auf der anderen Seite sind mehrere Hundert kleiner, sehr guter Produzenten, die nur zwischen 10.000 und 100.000 Flaschen pro Jahr erzeugen und bei uns wenig bis gar nicht bekannt sind. Darunter sind viele Juwelen, die es sich lohnt, aufzuspüren und direkt zu importieren. Die Champagner dieser motivierten und aufstrebenden Champagnerwinzer sind der momentane Trend. Dem haben wir uns auch voll verschrieben, importieren gleich zehn Spitzenwinzer, setzen diese sehr häufig in unseren Seminaren ein und bieten diese auch in unserem Laden und Onlineshop an.



Und wie erkennen Sie die neue Top-Produzenten?

Bernhard Meßmer: Für mich muss bei einem guten Produzenten der Brut-Sans-Année schon richtig klasse sein. Brut-Sans-Année bezeichnet einen trockenen Champagner, der kein Jahrgangschampagner ist, oftmals aus allen drei relevanten Rebsorten besteht und den Löwenanteil der Produktion stellt. Richtig gut heißt für mich, dass ein Champagner hinsichtlich Säure, Kohlensäure, Süße und Aromen sehr gut ausbalanciert ist. Dass er elegant wirkt, sehr vielschichtig im Aroma ist und lange auf der Zunge bleibt. Wenn ich dann noch den Eindruck habe, dass ein Champagner bei mir im Mund eine belebende Brillanz erzeugt, dann bin ich wirklich begeistert. Um neue Spitzenchampagner und Top-Produzenten zu finden, bin ich zwei bis drei Mal pro Jahr in der Champagne, besuche die Erzeuger und nehme an Messen teil.



Sie bieten Ihre Seminare in München an, doch was ist, wenn man da nicht wohnt?

Bernhard Meßmer: München ist doch immer eine Reise wert. Und noch mehr, wenn man einen Abend mit einem herausragenden Champagner-Erlebnis verbinden kann. Wir bieten ja acht unterschiedliche Champagner-Seminare an. Das ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Zu unseren speziellen Themen wie z.B. Blanc de Blancs Champagner, die neue Elite oder dem Champagner Menü kommen die Gäste aus ganz Deutschland oder Österreich. Wer außergewöhnliche Champagner lieber zu Hause genießen möchte, kann aber auch eines unserer Champagner Probierpakete mit detaillierten Beschreibungen zu den einzelnen Charakterchampagner bestellen.

Wir bedanken uns bei Bernhard Meßmer und Bettina Hofmann Weinmarketing für das Interview und wünschen Bernhard Meßmer weiterhin viel Erfolg!