CHAMPAGNER NEUHEITEN BEI EINFACH GENIESSEN


Für uns bedeutet Champagner nicht Prestige und Protz. Wir interessieren uns mehr für den Inhalt als für das Etikett. Champagner kann ein richtig interessanter und tiefgründiger Wein sein. Ein Wein, der individuell ist, über Spannung verfügt, durch brillante Frische begeistert, komplex und lang ist. Guter Champagner zeigt immer wieder neue Facetten, bringt den Boden zum Ausdruck und macht Lust auf den nächsten Schluck.

Champagner ist zudem aufgrund der kühlen Lage im Norden Frankreichs und der kalkigen Kreideböden einzigartig. Natürlich gibt es hervorragende Schaumweine aus Deutschland, Frankreich, Italien und anderen Ländern. Und selbstverständlich kann man diese auch bevorzugen. Sie unterscheiden sich in den allermeisten Fällen von gutem Champagner hinsichtlich ihrer Säure, Aromen und des Mundgefühls. In der Regel sind gute Champagner frischer und schlanker als andere hochwertige Schaumweine. Ihre Aromen sind subtiler, weniger fruchtbetont und wirken kühler. Champagner verfügt zudem über eine enorme Spannung, die sich durch eine gut integrierte Mousse (das Gefühl der Kohlensäure im Mund) und ein angenehmes Druckgefühl auf der Zunge und im Gaumen ausdrückt.

Gute Champagner findet man auch bei den großen, bekannten Häusern. Doch sind dort viele Champagner zu finden, bei denen das Marketing und nicht die Qualität des Produktes im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund haben wir uns verstärkt Champagner von kleineren Winzern verschrieben, die ohne Kompromisse einzugehen auf Qualität und Individualität setzen. Ihre Champagner entstehen in der ersten Linie im Weinberg. Denn ohne gewissenhafte Arbeit in den Reben z. B. zur Stärkung der Bodenvitalität und Abwehrkräfte der Pflanze sowie Ertragsreduktion lassen sich keine großen Weine oder Champagner erzeugen. 



Im Moment gibt es rund fünfzig kleine Champagner Produzenten, die herausragende Qualitäten produzieren. Von diesen haben wir uns rund 20 für unser Sortiment ausgesucht. Vier von Ihnen stelle ich hier heute vor:



1. VERGNON

Die Champagner von Vergnon lieben wir wegen ihrer Gradlinigkeit und Frische! Sie sind herrlich spannungsgeladen und salzig-mineralisch. Dies ist einerseits auf die Weinberge zurückzuführen. Vergnon liegt an der Côte des Blancs im Ort Mesnil-sur-Oger. Dort ist auf dem massiven Kreidefelsen lediglich eine dünne Humusschicht von nur zehn bis zwanzig Zentimeter zu finden. Somit stehen die Reben direkt im Kalk der Kreide. Dies liebt in der Kombination mit leicht nach Osten abfallenden Hängen vor allem die Sorte Chardonnay. Sie wird an der Côte des Blancs fast ausschließlich angebaut. Chardonnay auf Kalk liefert diese herrliche und unvergleichliche Spannung sowie Klarheit. Die Frische und Brillanz der Champagner von Vergnon unterstreicht Christoph Constant, der bereits seit mehr als 15 Jahren für die Produktion verantwortlich ist, indem er den biologischen Säureabbau (BSA) blockiert. Dabei wird von Milchsäurebakterien Äpfelsäure in Milchsäure umgewandelt. Diesen Prozess macht praktisch jeder ordentliche Rotwein durch. Und in der Champagne findet der BSA auch in den allermeisten Fällen statt. Dadurch wird die Säure weicher und bringt mehr Fülle in den Champagner. Wenn man die BSA aber nicht stattfinden lässt, auf gesunde und reife Trauben achtet, dann erhalten die Champagner eine besondere Lebendigkeit, Brillanz und Gradlinigkeit. 

Als Einstieg in das Sortiment eines Champagner-Gutes ist der Conversation brut Blanc des Blancs Grand Cru von Vergnon bereits spektakulär.

Er ist sehr reintönig, frisch, zugleich kraftvoll, mineralisch-salzig und enorm nachhaltig. Genau so muss Blanc des Blancs von der südlichen Côte des Blancs zum Aperitif sein! 



2. DEHOURS

Der Maisoncelle von Jerôme Dehours ist ein herrlicher Terroir-Champagner! Es ist ein Gegenentwurf zu den bekannten Champagner der großen Marken. Ihre Trauben stammen nämlich aus mehreren Jahren, von mehreren Rebsorten und aus einer Vielzahl von Weinbergen aus der gesamten Champagne. Maisoncelle besteht ausschließlich aus Pinot Noir Trauben des Jahres 2006, welche aus dem gleichnamigen, kleinen Weinberg kommen. Der Champagner ist kraftvoll, strukturiert, intensiv und herrlich kantig. Maisoncelle ist ein Champagner, genau so wie wir ihn mögen, da er uns fordert und fasziniert!

Die Weinberge von Jerôme Dehours und seiner Schwester Caroline liegen im Vallée de la Marne. Seit Mitte der 90er Jahre sind sie für das Gut verantwortlich und haben seitdem die Qualität der Champagner enorm gesteigert. Pinot Meunier ist die prägende Rebsorte dieser feinen Tropfen. Die Champagner von Caroline und Jerôme sind allesamt intensiv, charakterreich, puristisch und zugleich aber auch belebend frisch. Sie bieten sowohl Champagner Einsteigern als auch Liebhabern ein extrem gutes Preis-Genuss-Verhältnis und zählen zu unseren absoluten Lieblingen!



3. BARRAT-MASSON

Auch „Margannes Brut Nature“ von Aurélie Masson und Loic Barrat zählen zu unseren absoluten Lieblingen! Es ist ein Blanc de Blancs aus Chardonnay-Trauben, die zu rund einem Viertel in Barriques ausgebaut wurden. 

Margannes hat eine sehr feine und komplexe Nase mit Noten von Honig, Akazie und getoastetem Brot vereint mit einem zarten Hauch weißer Blüten. Am Gaumen zeigt er florale Noten mit Spuren von Zitronenschale. Er ist enorm frisch, charakterreich, wunderschön balanciert und beeindruckend lang. Es ist einfach ein Champagner, den wir lieben. Als Aperitif taugt er bereits, läuft aber als Begleiter von kräftigeren Fischgerichten, Sushi oder auch mildem Risotto zu großer Form auf!

Aus der Leidenschaft für Natur, Reben und Wein wurde im Jahr 2010 Champagne Barrat-Masson gegründet. Die Önologin Aurélie Masson und der Winzer Loic Barrat traten damals aus der lokalen Kooperative aus, in welcher beide Familien tief verwurzelt waren. Sie setzten auf biodynamischen Anbau und brachten 2013 ihren ersten Champagner auf den Markt. Nur 100 km von Paris entfernt liegen die Weinberge am äußersten Rand der Appellation Champagne, an der Grenze zwischen Aube und Marne. Es sind die letzten Weinberge, bevor man die Region verlässt. Ein schönes Zitat des Winzers sagt, es ist nicht der Rand, sondern es ist der Ort an dem die Champagne beginnt! („No, this is not the edge, it’s where Champagne begins.“ - Loic Barrat) Auf 7 Hektar werden mit einer Kombination aus traditioneller Technik und moderner Technologie jährlich rund 12.000 Flaschen erzeugt. Die weiteren Trauben werden nach wie vor verkauft. Loic hat modernes Equipment zur Weinbergpflege adaptiert, um das biodynamische Arbeiten mit den Reben noch nachhaltiger umzusetzen. Jede Parzelle wird einzeln vinifiziert, um die Variationen des Terroirs sorgsam zu bewahren. Diese Vielfalt ergibt zudem eine schöne Palette an Grundweinen, mit denen der finale Blend zu einer perfekten Komposition wird. Folglich werden die Champagner von Barrat-Masson nur aus den Trauben hergestellt, die auf natürlichem Wege die perfekte Reife erlangen.



4. COESSENS ROSÉ

Der Rosé von Jérôme Coessens ist etwas ganz Besonderes!
Das Weinwerden der Pinot Noir Trauben startet mit einer "Mazeration Carbonique". Das ist eine Gärung innerhalb der Zellen unter Ausschluss von Sauerstoff und ohne Hefen. Im Beaujolais wird dies häufig praktiziert. Nach einiger Zeit platzen die Beeren durch das Entstehen von Kohlendioxid und die konventionelle Gärung mit Hefen kommt in Gang. Durch diese Verfahren erhält der Champagner eine intensive und saftige Frucht. Gleichzeitig bekommt er über den anschließenden Kontakt mit den Schalen und Kernen Struktur sowie ein sanftes Tannin. Somit ist Jérômes Rosé einem Rotwein deutlich näher als einem frisch-saftigen Rosé, wie man ihn häufiger findet. Er passt äußerst gut zu vielen Speisen, von kurz gebratenem Rind bis hin zu (nicht allzu süßen) Schokoladen Desserts mit roten Früchten. Und natürlich kann man ihn auch einfach so genießen!

Jérôme Coessens liebt Pinot Noir! Davon hat er 6,5 Hektar, wovon sich knapp die Hälfte in der Einzellage Largillier in dem kleinen Dorf Ville-sur-Arce im südlichen Champagne-Bereich Côte des Bar befinden. Nur die Trauben aus dieser Einzellage verwendet er für seine eigenen Champagner. Den anderen Teil der Trauben verkauft er an gefeierte Spitzenwinzer im Norden der Champagne. Die ersten Champagner kamen erst 2009 auf den Markt. Alle Champagner von Jérôme bestehen ausschließlich aus Pinot Noir Trauben aus immer nur einem Jahr. Er arbeitet also nicht mit Reserveweinen. Die malolaktische Gärung durchlaufen alle seine Weine und einen großen Teil baut er in gebrauchten Barriquefässern aus. Seine Champagner sind durchweg markant, ausdrucksstark und kräftig. 



Sie wollen Champagner glasweise probieren? Dann kommen Sie doch in unsere nächste Champagner Lounge: 

Die nächsten Termine sind:

1. Juni 2017 ab 18 Uhr bis 22 Uhr 

3. August 2017 ab 18 Uhr bis 22 Uhr

Mehr dazu finden Sie hier

AUTOR: BERNHARD MESSMER