DAS MEISTERSTÜCK IN PASING


München hat ein neues und spannendes Restaurant-Konzept: Das Meisterstück! Die Idee kommt ursprünglich aus Berlin, der Schwerpunkt der Karte liegt hier klar auf Craft Beer und Würsten vom Grill. Im Frühjahr 2017 wurden mit den Dependancen in Pasing und Haidhausen gleich zwei moderne Locations eröffnet, die das Konzept zwar übernommen, aber dennoch eigenständig umgesetzt haben.

Eigentlich bin kein passionierter Biertrinker... Dafür gibt es einfach zu viele tolle Weine und auch die häufig im Bier vorherrschende bittere Note entspricht nicht meinem Gaumen. Da ich aber im Münchner Westen wohne und sich ein neues Restaurant in Pasing schnell herumspricht, wollte ich mir natürlich zeitnah ein eigenes Bild machen! Hinter dem Restaurant in Pasing stehen Frank und Andrea Waldecker, die langjährigen Wirte des Kultlokals Tambosi am Odeonsplatz, welches sie aufgrund von immensen Mieterhöhungen aufgegeben haben. Ein so erfahrenes und eingespieltes Team ließ viel hoffen, insbesondere, nachdem der vorherige Pächter wegen schlechten Service und ebenso unstimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis wenig überzeugt hatte.





Die Lage ist auf jeden Fall optimal: vom Pasinger Bahnhof sind es lediglich wenige Gehminuten zum alten Pumpwerk, das jetzt das Meisterstück beheimatet. Der renovierte Backsteinbau wirkt bereits von außen sehr einladend. Direkt an der Würm und damit auch schön grün und ruhig gelegen, ist die Terrasse mit Biergartenfeeling für den Sommer ein absolutes Muss! Wer gerne den Überblick hat, sollte versuchen einen Platz auf der Dachterrasse zu bekommen. Nichtsdestotrotz gibt es hier weder draußen noch drinnen keine wirklich schlechten Plätze.





Das Ambiente im Meisterstück ist modern und urban, mit vielen Elementen im Industrie-Look. So zum Beispiel die GYPSY WALL mit vielen besonderen Flaschenöffnern. Den Namen trägt sie deshalb, weil viele der kleinen Produzenten, von denen das Restaurant seine Biere bezieht keine eigene Brauerei besitzen und deshalb zum Brauen umherziehen und sich bei anderen Brauereien einmieten. Außerdem gibt es eine offene Küche, so dass man einen freien Blick auf den Grill und die dort gezauberten Köstlichkeiten hat.





Der Grill ist nämlich das Herzstück des Meisterstücks. Hier werden die Würste zubereitet, die den Hauptteil auf der Karte ausmachen. Von original Currywurst, über den fränkischen Klassiker und Ahle Leberwurst, bis hin zur Tofuwurst ist alles dabei. Wer lieber ein ganzes Stück Fleisch will, hat eine große Auswahl von Geräuchertem aus dem Smoker. Für die Probierfreudigen und Unentschlossenen gibt es den Tagesflight mit drei kleinen Köstlichkeiten und dazu jeweils 0,1l Bier zum Durchprobieren oder auch „Combos & Sampler“ mit einer Auswahl der verschiedenen Fleisch- und Wurstvarianten. Dabei arbeitet das Restaurant hauptsächlich mit regionalen Anbietern zusammen und achtet auf höchste Bio-Qualität. Vor diesem Hintergrund sind auch die Preise (Hauptgerichte mit Beilage ca. 15-30 Euro) mehr als angemessen!





Bei unserem Besuch dort, haben wir uns zunächst mit Würmtaler Bauernkruste und vier verschiedenen Aufstrichen (Rote Bete-Apfel, Honig-Senf, Aprikose-Rosmarin und Karotte-Chili) eingestimmt. Anschließend haben wir ein Pastrami-Sandwich und den Tagesrauch – langsam geräuchertes Brisket vom Rind mit Schrobenhausener Spargel – genossen. Das Fleisch war perfekt gegart und durch das lange Räuchern zart und würzig. Einfach köstlich!





Dazu bietet das Meisterstück, wie eingangs erwähnt, eine riesige Auswahl an Craft Beer und lässt somit kaum Wünsche offen. Neben den üblichen Verdächtigen der deutschen Craft Beer Szene wie Tilman, Giesinger und Braufactum, gibt es interessante Kreationen aus aller Welt. Die Preisspanne reicht dabei für das 0,5l-Glas von 4 bis zu 59 Euro! Das breite Mittel ist aber erschwinglich, so dass man sich auch ganz gut durchprobieren kann.



Da sich meine Expertise in diesem Bereich noch auf wenige Marken beschränkt und man bei einer Karte mit über 100 Bieren auch schnell den Überblick verliert, ist eine gute Beratung hier für mich das A und O. Der Service schien bei unserem Besuch Anfang Juni noch nicht ganz eingespielt zu sein und so war auch die Bierberatung noch ausbaufähig. Erst nach Rückfrage bei einer Kollegin bekam ich eine konkrete Empfehlung zu meiner Bitte nach einem „weniger bitteren Bier“. Insgesamt war der Service aber sehr engagiert und das empfohlene Hopfenhacker Kill Bill passte dann auch sehr gut für mich und zum Essen. Ein Wit-Bier (obergäriges belgisches Bier) mit Bitterorange, Bergamotte und Koriander; naturbelassen und unfiltriert; mit 4,4% Vol. sehr erfrischend, fruchtig und nicht zu bitter. Die Wahl meines Begleiters fiel auf das Zirndorfer Kellerbier im Steinkrug: ebenfalls naturtrüb; dabei würzig und malzig; und durch die 4,9% ebenfalls leicht und süffig.





Und wer sich trotz der großen Auswahl mit unterschiedlichsten Stilen nicht an ein Bier heranwagen will, kann leckere Tropfen vom Weingut Christine Pröstler genießen. Ein kleines und junges Weingut aus Franken, dessen handverlesene Weine sowohl die jeweiligen Rebsorten, als auch den entsprechenden Boden (Muschelkalk, Lößlehm) wunderbar zum Ausdruck bringen.



Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit unserem Besuch und werden gerne wiederkommen! Das Konzept ist stimmig und auch wenn das Team noch etwas in den Kinderschuhen steckt, lohnt sich das Ausprobieren auf jeden Fall!



Und falls Sie noch tiefer in die aufregende Welt der Szene-Biere eintauchen möchten, besuchen Sie doch auch unser Craft Beer Seminar. Hier erfahren Sie, was ein Craft Beer ausmacht, welche unterschiedlichen Stilistiken es gibt und die wichtigsten Marken, sowie alles Wesentliche rund um die Lagerung, Serviertipps und Speisekombinationen. Details und Termine dazu finden Sie hier.



AUTOR: REBEKKA SCHEURICH


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